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Die Nürnberger Hütte - ein Kindertraum!

Die Familiengruppe im Stubaital: 05.07. - 12.07.2009

Klettern im eigenen Klettergarten, durch Schneefelder abfahren, die Seilbahn „Flying Fox“, Indoor Bouldern, Anlegen von Staudämmen, Wasserrädern und Kanälen in zahlreichen Bächen, Bötchen fahren lassen in angestauten Mini-Seen, Tischtennis, Filzen und nicht zuletzt ein kinderfreundliches Hüttenwirtspaar ließen eine Tour gelingen, die ansonsten buchstäblich ins Wasser gefallen wäre.

Guten Mutes verließen wir, 9 Erwachsene mit 14 Kindern, am Samstag, den 04.07.09 das ausnahmsweise sonnige Münsterland, um gemeinsam einige spannende Tage im schönen Stubaital an der Nürnberger Hütte zu verbringen. Potentielle Ziele von diesem Stützpunkt sind der Wilde Freiger (3418m), Gamsspitzl (3050m), Mairspitze (2780m) und vieles mehr. Das setzt natürlich Hochtourenwetter voraus. Unsere Euphorie bekam einen ersten Dämpfer, als wir am Nachmittag in Neustift mit Gewitter, starkem Regen, tief hängenden Wolken und einem Temperatursturz von mehr als 15°C innerhalb weniger Minuten begrüßt wurden.

Na-gut, denken wir, ein Gewitterchen im Nachmittag ist nix ungewöhnliches. Wenn das Wetter dieser Tage nicht ganz so stabil ist, müssen wir halt dafür sorgen, dass wir mit unseren Touren jeweils früh genug fertig werden. Schon der nächste Morgen zeigte sich wieder mit weiß-blauem Himmel und so wird der Aufstieg zur Hütte zu einem Genuss. Unserem Nachwuchs kommt der Weg mit gut 5 Stunden stetigem Anstieg im Kindertempo nur etwas zu lang vor, nicht zuletzt, weil wir aufgrund dichter werdender Bewölkung sacht zur Eile drängen. Schon während wir die Umgebung der Hütte erkunden sind alle Mühen vergessen. Doch dann zieht Regen das Tal herauf und wird merklich kühler…

In den folgenden Tagen dominierte regnerisches Wetter mit dichtem Nebel und Temperaturen von 2-6°C an der Hütte. Mit wachsender Gewissheit konstatieren wir, dass sich die Kapriolen des Wetters nicht jeweils auf eine Verschlechterung zum Nachmittag hin beschränken, sondern dass die Großwetterlage überaus instabil ist. Christine und Michael scheinen so etwas geahnt zu haben. Jedenfalls befinden sich in den vermeintlichen Kletterkisten neben dem Seilzeug reichlich Material zum Basteln und Spielkrams. So basteln wir bei schlechter werdendem Wetter Wasserräder, filzen Jonglierbälle oder spielen das Spiel des Lebens, Risiko, Uno und vieles mehr. Und die Herbergseltern ertragen unsere Rasselbande klaglos beim Indoor Versteck- und Fangenspiel…

Zum Glück machte der Regen an manchen Tagen auch mal Pause und so konnten wir je nach Länge der regenfreien Zeit die Wasserräder ausprobieren, mit der Seilbahn Flying Fox fahren, Touren im hütteneigenen Klettergarten gehen und sogar eine ganze Bergtour unternehmen: Der Donnerstag Morgen beginnt mit wolkenfreiem Himmel und wir beschließen einstimmig, das Niederl (einem Joch mit Kreuz, 2680m) zu erklettern. Es gibt ein paar steile Passagen und so bekommen die Kinder Gurtzeug angelegt, damit sie an den ausgesetzten Stellen ans kurze Seil genommen werden können. Leider quellen mit aufgehender Sonne Wolken und mit unserem Aufbruch sind die meisten Gipfel schon wieder verhangen. Dennoch wird es mit den Kindern ein spannender Aufstieg, vorbei an Grashängen, Blockgestein und kurzen, zum Teil ausgesetzten und versicherten Kletterpassagen. Insbesondere die Kleinsten sind nach Erreichen des „Gipfelkreuzes“ mächtig stolz und halten tapfer bei eiskaltem Wind viele Gipfelfotolängen aus.

Wie der Wetterbericht voraus gesagt hatte, verabschiedet uns die Nürnberger Hütte am Samstag mit perfektem Wanderwetter. Die Sonne scheint bei milden 20° und versüßt uns den Abstieg ins Tal. Doch wegen des Wetters hegt keiner einen Groll. Natürlich hätten wir lieber schöne Touren bei klarer Luft und legendärem Panorama erlebt, doch ein jeder aus unserer Gruppe hat es verstanden, die Natur so zu nehmen wie sie nun einmal ist und das Beste aus dem „schlechten“ Wetter gemacht. Und diese Hütte bietet reichlich Potential für einen 2. Besuch um all das Versäumte nachzuholen – also bis zum nächsten Mal.

Nur gut, dass unser Ziel die Nürnberger Hütte mit seinen unglaublich entspannten Herbergseltern war. Selbst Eltern kleiner Kinder haben sie nicht nur aus der Umgebung der Hütte ein Dorado für Kinder geschaffen, sondern waren auch während der langen Regenphasen beim Fangen- und Versteckspiel innerhalb der Hütte sehr geduldig und entspannt, so das wir (insbesondere die Kinder) jederzeit von einem Hüttenkoller weit entfernt waren.

Mit dabei waren:
Christine und Michael mit Hannes und Nele
Johanna mit Lilli und Franzi
Bernd mit Benedikt und Raphaela
Uli mit Greta
Claudia mit Peter, Jakob und Luisa
Katja mit Frederik
Andrea mit Jonas
Dirk mit Leon und Paul


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